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Senioren helfen Senioren
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Glühbirnen wechseln, Heizkörper entlüften, Lampen anbringen: In Witten gehen ehemalige Handwerker Senioren zur Hand
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| Engagiert beim Projekt |
| Foto: Lukas |
"Senioren helfen Senioren" lautet der Titel des Projektes von Fokus, der Freiwilligenagentur der Caritas Witten. Was als kleines
Projekt begann, hat sich inzwischen zu einem Selbstläufer entwickelt. "Unser Projekt ist sehr gut angenommen worden", freut
sich Fokus-Leiterin Ursula Beyling. Die Projektidee ist einfach: Senioren im Ruhestand, zumeist ehemalige Handwerker, gehen
anderen Senioren zur Hand und führen kleinere handwerkliche Arbeiten im Haushalt aus. "Es sind Hilfeleistungen für Menschen,
die dazu selbst körperlich nicht mehr in der Lage sind", erklärt Wolfgang Grudzinski, der früher als Heizungsinstallateur
gearbeitet hat. "Wir helfen, einen undichten Wasserhahn abzudichten, Glühbirnen auszutauschen, Heizkörper zu entlüften, eine
Lampe anzubringen, ein Regal aufzustellen, Duschschläuche oder -köpfe auszutauschen." Es seien eben Kleinigkeiten, die -und
das ist der Gruppe wichtig- keine Konkurrenz zu den gewerblichen Handwerksbetrieben darstellen.
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Folgerichtig werden keine gärtnerischen Arbeiten übernommen, auch Tapeten werden nicht an die Wand geklebt oder ein Badezimmer
gefliest. Bügeln und Putzen gehören ebenfalls nicht zu den Tätigkeiten der zurzeit sieben ehemaligen Handwerker. Aber auch
ohne diese Tätigkeiten bleibt genug zu tun. "Für junge Menschen klingt es oft befremdlich, wenn ich sage, ich gehe mal eben
zu Frau Soundso, um ihr eine Glühbirne auszuwechseln. Aber stellen Sie sich einmal vor, Sie wären über 80 und könnten sich
nicht mehr auf einen Hocker stellen, um eine neue Birne in eine Fassung zu drehen. Das ist für die Betroffenen oft frustrierend",
berichtet Wolfgang Grudzinski. Die Menschen seien froh, dass die Helfer, die selbst nicht mehr die Jüngsten sind, ein ganz
anderes Verständnis für ihre Situation mitbrächten als junge Menschen.
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| Verbindliche Regeln sind wichtig für das Projekt. Alle Helfer sind versichert und bekommen Fahrtkosten erstattet. |
| Foto: Lukas |
Bernd Brakemeier ist als ehemaliger Koch so etwas wie der Exot unter den Freiwilligen: "Viele ältere Leute rufen bei uns an,
weil sie wissen, dass wir immer auch ein bisschen Zeit fürs Persönliche mitbringen." Die alte Dame, die alleine lebt, deren
Kinder in der Ferne arbeiten, deren Mann verstorben ist und die ansonsten niemanden mehr hat, ist kein Klischee, sondern eine
häufig anzutreffende Realität. "Dann hört man auch gerne mal zu oder trinkt ein Käffchen mit. Wir sind ja schließlich auf
der Arbeit, nicht auf der Flucht", lacht er.
Die Freiwilligen sind inzwischen ein eingespieltes Team. Neulinge sind im Team stets gerne gesehen, die einzige Voraussetzung
ist handwerkliches Geschick; ein eigenes Fahrzeug wäre von Vorteil, ist aber kein Muss. Da es sich um ein Ehrenamt handelt,
gibt es kein Geld, Fahrtkosten werden dennoch erstattet, Kosten für eventuell anfallende Ersatzteile müssen die "Auftraggeber"
tragen. Nicht unwichtig: Die Helfer sind versichert.
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Doch nicht nur Handwerker im Seniorenalter können sich in Witten einbringen: Mit ihrem Projekt der Ersatzomas- und Ersatzopas
macht die Freiwilligenagentur schon seit einiger Zeit auf sich aufmerksam. Erfahrungen weitergeben, Gelassenheit vermitteln,
jüngeren Menschen helfen. Ursula Beyling: "Es gibt viele Gründe dafür, die Hilfen einer Ersatz- Oma in Anspruch zu nehmen.
Fehlende familiäre Kontakte beispielsweise wegen eines arbeitsbedingten Umzugs wären ein klassischer Grund." Ob Handwerker
oder Ersatz- Oma: Erfahrungen weitergeben, Helfen, ein offenes Ohr mitbringen. In Witten helfen Senioren weiter.
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Christian Lukas
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Kontakt:
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FreiwilligenAgentur Fokus Hauptstraße 83 58452 Witten
Telefon 02302-421131 Telefax 02302-421129 E-Mail: fokus@caritas-witten.de Internet: http://www.fokus-witten.de
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