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Armut ist der größte Glückshemmer
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1600 Teilnehmer diskutierten bei der Caritas-Fachtagung für Kindertagesstätten über die "Glückliche Kindheit"
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Mehr als 1600 Erzieherinnen, Kinderpflegerinnen und Ehrengäste sind zur ganztägigen Fachtagung der Caritas an die Regensburger
Universität gekommen. "Glückliche Kindheit"- so lautete der Titel der diesjährigen Tagung. Die Caritas Regensburg lädt zu
diesem großen Kongress alle zwei Jahre ein. Hauptreferent war Dr. Anton Bucher, Religionspädagoge und Professor am Institut
für Praktische Theologie der Universität Salzburg. "Kinder brauchen Platz und Möglichkeiten, sich zu bewegen", so der Fachmann.
Kinder, die zu Hause und in der Betreuungseinrichtung glücklich werden, böten beste Voraussetzung für eine gute Entwicklung,
von der letztlich die ganze Gesellschaft profitiere. In neun Foren vertieften die Teilnehmer der Tagung das Thema. Auf der
begleitenden Fachmesse konnten sich die Gäste über neueste Produkte für Kindertagesstätten informieren.
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| Fachtagung für Kindertagesstätten hatte Kongresscharakter. Viele Kindergärten schließen an diesem Tag und kommen nach Regensburg. |
| Foto: Marcus Weigl |
Mitveranstalter der Fachtagung war in diesem Jahr die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Regensburg. "Der größte
Glückshemmer ist die Armut", sagte Professor Dr. Burkart Porzelt vom dortigen Lehrstuhl für Religionspädagogik. Kinderarmut
sei für ein so hoch entwickeltes Land wie Deutschland ein Skandal. Gleichwohl gelte es auch festzustellen, dass 95 Prozent
der Kinder in Deutschland glücklich sind. Das bestätigten Untersuchungen immer wieder.
"Mittel- und langfristig werden unsere Kinder nur glücklich, wenn sie Platz haben, sich zu entfalten", so Hauptredner Bucher
aus Salzburg. Seine Untersuchungen zeigen: Im Schnitt sitzen deutsche Kinder 90 Minuten am Tag vor dem Fernseher. "Fernsehen
und Spielekonsolen machen die Kleinen nur kurzfristig glücklich", so Bucher. Kinder brauchten Zeit und Platz. Kinder aus benachteiligten
Familien könnten sich trotzdem gut entwickeln. Sie brauchen nur jemanden, etwa die Erzieherin, der zu ihnen hält.
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Kernziel: Toleranz und Respekt
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"Kinder sind die Zukunft unserer Gesellschaft, die Caritas hat mit ihren Angeboten immer auch Kinder und Jugendliche im Blick",
sagte Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Piendl bei der Pressekonferenz. Seit einigen Jahren spiele das Thema "Kinderarmut"
auch in der Erzieherausbildung der Caritas eine große Rolle. Schon in den Kindertageseinrichtungen würden wichtige Grundlagen
für eine gute Entwicklung des Kindes gelegt. Die katholischen Kindergärten müssten ihr kirchliches Profil nach außen zeigen
und nach innen leben. Werteerziehung und das Einüben von Toleranz und Achtung seien für die Gesellschaft notwendiger denn
je, so der Caritasdirektor.
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| Die Auf der begleitenden Fachmesse präsentierten Unternehmen ihre neuesten Produkte für Kindertagesstätten. |
| Foto: Marcus Weigl |
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Einrichtungen nehmen die Familien und ihre Bedürfnisse stärker in den Blick. Es
gelte, den individuellen Betreuungsbedarf jedes einzelnen Kindes zu erkennen und nach Möglichkeit zu erfüllen. So könne auch
das Gefühl der Kinder für Mitverantwortung entwickelt und gestärkt werden. "Die maßvolle und passgenaue Bildungsarbeit beginnt
bereits in unseren Einrichtungen", sagte Piendl. Eine gute Qualität der Betreuung schon der unter Dreijährigen sei wichtiges
Kriterium für katholische Einrichtungen.
Bis 2013 soll es für ein Drittel der Kinder im Alter von null bis drei Jahren Betreuungsplätze geben. Für die Erzieherinnen
bedeutet dies, dass sie sich auf eine neue Gruppe von jüngeren Kindern einstellen müssen. Das hat auch Konsequenzen für die
pädagogische Arbeit in Kindertagesstätten.
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Seit über 50 Jahren ist die Fachberatung für Kindertagesstätten der Caritas ein guter Ratgeber für die katholischen Kindertagesstätten.
"In Kindergarten, Kinderhort und Kinderkrippen hat sich in den letzten Jahren viel bewegt. Immer neue Fragen brauchen immer
neue Antworten", sagte Ursula Lutz, Leiterin der Fachberatung. Jede Veränderung sei auch als Chance zu begreifen. Eine gute
und verlässliche Zusammenarbeit mit den Einrichtungen gebe allen Sicherheit, sagte Lutz. Die Mitarbeiterinnen der Caritas
beraten die Einrichtungen in Fragen der Organisationsentwicklung und des Qualitätsmanagements. Sie informieren zu gesetzlichen
Entwicklungen und organisieren Fort- und Weiterbildungsangebote für das Fachpersonal. Die Fachberatung vertritt außerdem die
Interessen der katholischen Kindertagesstätten auf regionaler und überregionaler Ebene.
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Im Bistum Regensburg gibt es derzeit an die 400 katholische Kindertagesstätten, darunter 26 Horte sowie vier Kinderkrippen.
An über 30 katholischen Kindergärten gibt es mittlerweile auch eine eigene Gruppe für Krippenkinder (null bis drei Jahre).
Insgesamt finden in den katholischen Kindertageseinrichtungen über 29000 Kinder Platz. Mehr als 2600 pädagogische Mitarbeitende
(Erzieher oder Kinderpfleger) kümmern sich dort um das Wohl der Kinder.
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Marcus Weigl
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