Sozialcourage - Heimisch werden

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Heimisch werden
Beruf Stadtteilmutter
Bleiberecht sichern
Diskriminierungsfälle 2008
Mehr junge Migranten im FSJ

Liebe Leserin, lieber Leser,

ein Zeichen gelungener Integration ist zweifelsohne, wenn Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland heimisch werden. Den "Stadtteilmüttern von Neukölln" ist das so gut gelungen, dass sie ihren Landsleuten bei der Integration Hilfestellung leisten und sie davon überzeugen, wie wichtig es ist, ihre Kinder in den Kindergarten oder in die Schule zu schicken. Lesen Sie auf Seite 6 von einem Berliner Erfolgsprojekt, das bundesweit Schule macht.

"Ein Zeichen gelungener Integration ist, wenn Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland heimisch werden." Stefan Herceg, Referat Integration und Migration des Deutschen Caritasverbandes
Foto: privat

Heimisch werden im Zufluchtsland können Zuwanderer kaum, wenn ihnen die Rechtssicherheit fehlt, auf Dauer bleiben zu können. Diese Sicherheit fehlt vor allem jenen, die seit Jahren hier nur geduldet werden.

Zwar hat die "alte" Bundesregierung vielen Flüchtlingen, die sich hierzulande seit Jahren von Duldung zu Duldung hangeln, mit den Bleiberechtsregelungen der Jahre 2006 und 2007 aus humanitären Gründen ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht und damit eine Zukunftsperspektive ermöglicht. Aber es sind zu wenige, die davon profitieren. Leider fehlte der Mut zu einem zweiten Schritt: Die Altfallregelung muss dringend verlängert und inhaltlich verbessert werden, damit auch bisher chancenlose und schutzbedürftige Personen einen Zugang bekommen.

Hans- Dieter Schäfers hat sich als Referent für Flüchtlingshilfe beim Deutschen Caritasverband im Rahmen einer Kampagne der Kirchen und ihrer Wohlfahrtsverbände dafür engagiert. Im Interview auf Seite 26 erzählt er, was ein Rückfall in die Kettenduldungen für die betroffenen Menschen bedeuten würde, wie sie zu verhindern sind und in welcher Weise Ehrenamtliche die "Aktion Bleiberecht" sowohl politisch als auch im persönlichen Kontakt mit bislang nur geduldeten Flüchtlingen unterstützen können. Vielleicht lassen Sie sich "anstecken" von seinen Vorschlägen.

Stefan Herceg