Sozialcourage - Editorial

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Ausgabe 3/10
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Liebe Leserinnen und Leser,

die von der Bundesregierung geplanten Sparpakete erhitzen die Gemüter, auch bei der Caritas, denn sie sind ungerecht und gehen zu Lasten der Schwächeren in dieser Gesellschaft. Sparen beim Elterngeld oder bei HARTZ IV- Empfängern ist unsozial. Vielmehr sollten die, die mehr haben, einen größeren Beitrag leisten und die Verursacher der Wirtschaftskrise mehr in die Pflicht genommen werden, das sind zum Beispiel die Banken.

Dies ist sehr verkürzt und vereinfacht dargestellt die allgemeine Position der Caritas. Diese Kritik ist berechtigt, und es ist die Aufgabe der Sozialverbände, Anwalt zu sein und die Stimme zu erheben. Die Caritas prangert aber nicht nur an, sie sieht auch die Not und handelt. Das ist die praktische Seite der Caritas, die unmittelbare Hilfe, die sie auch glaubwürdig macht, wenn sie gesellschaftliche Missstände kritisiert.

Für mich stellt sich die Frage: Machen wir das richtig? Könnten wir noch wirksamer sein? Müssten wir noch politischer sein, vielleicht auch frecher und kämpferischer? Wie können wir noch wirkungsvoller die Idee der christlichen Solidarität auch in die Köpfe und Herzen von Verantwortungsträgern in dieser Gesellschaft "implantieren"? Caritas, das ist ja auch eine Haltung, die sich aus dem christlichen Menschenbild ableitet.
Ich wünsche mir, dass es uns gelingt, mehr davon "rüberzubringen".

In diesem Sinne, grüßt Sie herzlich

Ihr

Christoph Grätz
Leiter der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit