Sozialcourage - Editorial

www.sozialcourage.caritas.de
Nah dran
Editorial
Online-Beratung
KIMM – Kindern Mut machen
„Wir machen Musik und freuen uns dabei!“
Wie gelingt Gesellschaft im Miteinander?
Mit Ehrgeiz und Förderung zum Ziel

Liebe Leserin, lieber Leser,

500000 Kinder in Deutschland haben zumindest ein Elternteil, das psychisch krank ist. Nur wenige erhalten fachgerechte Hilfe und Unterstützung. Weil diese Kinder nicht verstehen, was in ihren Eltern vorgeht, weil sie oft mit Schuldgefühlen zu kämpfen haben und kaum über ihre Situation sprechen können, finde ich, dass dies ein unhaltbarer Zustand ist.

Dr. Elisabeth Kludas ist Vorsitzende des CBP - Fachverband Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie
"Nicht nur die Eltern mit psychischen Behinderungen, sondern auch ihre Kinder brauchen Unterstützung." Dr. Elisabeth Kludas ist Vorsitzende des CBP- Fachverband Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie.
Foto: privat

80 Prozent der Kinder mit einem psychisch kranken Elternteil reagieren mit Verhaltensauffälligkeiten wie zum Beispiel Nägelkauen, aggressivem Verhalten, Schulschwierigkeiten, Schlafstörungen, Unruhe oder Konzentrationsproblemen. Das Risiko, selbst psychisch zu erkranken, ist deutlich erhöht. Aber die Kinder entwickeln auch soziale Kompetenzen, zeigen überdurchschnittliche Fähigkeiten zum Krisenmanagement und ein großes Verantwortungsbewusstsein. Ihr Einfühlungsvermögen ist ausgeprägt.

In unserer Sozialcourage-Ausgabe beschäftigen wir uns mit diesem Thema: "Kinder psychisch kranker Eltern". Wir stellen Ihnen ein bewährtes Hilfsangebot aus Köln vor und setzen so ein Signal, um "Kindern Mut zu machen". Wie so oft, kommen wir auch hier wieder an einen Punkt, wo Zusammenarbeit gefragt ist zwischen Behindertenhilfe, Psychotherapie und Erziehungsberatung zum Beispiel. In Köln funktioniert die Kooperation.

Leider aber nur deshalb, weil es Stiftungen- beispielsweise die Stiftung Wohlfahrtspflege- und Spendenaktionen- etwa die Aktion Lichtblicke- gibt, die ein solches Angebot finanzieren. Die Rahmenbedingungen solcher Hilfen müssen deutlich verbessert und vor allem verstetigt werden. Auch wenn sich die Not oft nur hinter verschlossenen Türen zeigt: Nicht nur die Eltern mit psychischen Behinderungen, sondern auch ihre Kinder brauchen Unterstützung.

Ich wünsche Ihnen eine hoffentlich anregende Lektüre mit hoffentlich neuen Erkenntnissen, auch wenn es um andere Themen- wie "Integration und Partizipation"- geht.

Ihre 
Elisabeth Kludas