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Beratung in der frühen Schwangerschaft

Beratung in der frühen Schwangerschaft

Modellprojekt: Elf Frauenärzte in Stadt und Landkreis Regensburg arbeiten eng mit der katholischen Schwangerschaftsberatung zusammen

Eine Schwangerschaft wirft viele Fragen auf. Wird mein Kind gesund zur Welt kommen? Kann ich vernünftig für das Kind sorgen? Soll ich vorgeburtliche Untersuchen machen lassen, und wenn ja, welche? Viele Fragen kann die Ärztin oder der Arzt des Vertrauens beantworten. Es gibt aber auch Themen, die über den Bereich des Medizinischen hinausgehen. Hier setzt das neue Modellprojekt der katholischen Beratungsstellen für Schwangerschaftsfragen an. "Beratung in der frühen Schwangerschaft", so lautet sein Titel. Es wird wissenschaftlich begleitet von der Uniklinik Bonn und der Evangelischen Fachhochschule in Berlin. Gefördert wird es vom Bayerischen Sozialministerium.

Diplom-Sozialpädagogin Elisabeth Fink berät seit vielen Jahren schwangere Frauen, speziell zum Thema Pränataldiagnostik. Sie ist in Regensburg mit dem Projekt beauftragt.
Diplom-Sozialpädagogin Elisabeth Fink berät seit vielen Jahren schwangere Frauen, speziell zum Thema Pränataldiagnostik. Sie ist in Regensburg mit dem Projekt beauftragt.
Foto: Marcus Weigl

"Bei der Schwangerenvorsorge geht heute nichts mehr ohne vorgeburtliche Untersuchungen", sagt Elisabeth Fink von der katholischen Schwangerenberatung in Regensburg. Die Diplom-Sozialpädagogin ist Beraterin und "Standortvertreterin" im Rahmen des Modellprojekts. Die Untersuchung per Ultraschall gehöre heute zum Standard. In der Beratung komme es deshalb darauf an, den Frauen oder Paaren schon möglichst früh, lange vor dem Geburtstermin, einen Raum zu geben, wo sie sich unvoreingenommen mit verschiedenen Themen auseinandersetzen können, so Fink.

"Werdende Mütter und ihre Partner brauchen Zeit, um Klarheit für sich selber zu finden", weiß Elisabeth Fink aus acht Jahren Beratungsarbeit. Die finden sie in der Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen. Dort gebe es oft weniger Hemmungen, Fragen zu stellen. Viele Irrtümer und manchmal auch Halbwissen rund um die Schwangerschaft könnten ausgeräumt werden. Dazu gebe es in der Beratungsstelle viele individuelle Hilfen. Es gehe keinesfalls um eine Konkurrenz zur ärztlichen Beratung. Ziel der Zusammenarbeit sei es, werdenden Müttern und Vätern zusätzliche Hilfe bei der Entscheidung für oder gegen eine vorgeburtliche Untersuchung zu bieten.

Praxis und Beratungsstelle kooperieren

Elf niedergelassene Gynäkologen in Bernhardswald, Hemau, Regensburg und Schierling kooperieren zukünftig eng mit der katholischen Schwangerschaftsberatung. "Wir freuen uns, dass wir auf Anhieb Praxen finden konnten, die mitmachen. Es liegt auch im Interesse der Ärzte, dass die Frauen vollständig informiert und aufgeklärt sind", sagt Elisabeth Fink.

Kein Modellprojekt ohne wissenschaftliche Begleitung. Fragebögen, die die Schwangeren nach ihrem Einverständnis ausfüllen, helfen dabei. In sogenannten "Fokus-Gruppen" treffen sich regelmäßig die teilnehmenden Ärztinnen, Ärzte, Beraterinnen und Wissenschaftler. Nach Ablauf des Modellprojekts werden die Daten ausgewertet und veröffentlicht.

Erfahrung in Beratung

Vor 35 Jahren wurde die "Beratungsstelle für Frauen in Konfliktsituationen in Regensburg" errichtet. Sie war in Bayern die erste katholische Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen. Im vergangenen Jahr suchten in der katholischen Schwangerenberatungsstelle Regensburg mehr als 900 Frauen und Männer Rat und Hilfe. 

Die Caritas bietet diözesanweit Schwangerschaftsberatung in Amberg, Cham, Deggendorf, Dingolfing, Kelheim, Landshut, Mainburg, Regensburg, Schwandorf, Straubing, Tirschenreuth. Die Beratung ist offen für alle, kostenlos, unabhängig von Herkunft und Religion, vertraulich und anonym.

Info: "Hilfen für Schwangere" auch unter
www.caritas-regensburg.de