|
|
|
Gute Seele aus Passion
|
|
|
Lore Tegtmeier arbeitet seit über 30 Jahren ehrenamtlich bei der Caritas
|
|
|
"Sie ist nicht nur die dienstälteste sondern auch die verlässlichste Mitarbeiterin", so lobt der Geschäftsführer des Caritasverbandes
Mettmann Franz Keusch, seine älteste ehrenamtliche Mitarbeiterin.
|
|
|
 |
| Seit mehr als drei Jahrzehnten ist Lore Tegtmeier die gute Seele des Hauses beim Caritasverband Mettmann. |
| Foto: Simone Bahrmann |
Jeden Morgen fährt Lore Tegtmeier mit ihrem Auto zur Kreisgeschäftsstelle der Caritas, um dort von 8.30 bis 12.30 Uhr ihren
Dienst sorgfältig und gewissenhaft zu absolvieren. Ans Aufhören denkt Lore Tegtmeier, die Ende letzten Jahres ihren 85. Geburtstag
feierte, noch nicht. Die Arbeit ist für sie ein Stück Leben unter Menschen und nicht ohne Stolz trägt sie zu allen offiziellen
Anlässen die goldene Caritas-Ehrennadel, die sie bereits vor fünf Jahren verliehen bekam.
Angefangen hat dies vor über 30 Jahren, als Frau Tegtmeier beim damaligen Geschäftsführer der Caritas anklopfte. &bdquoMir
fiel einfach die Decke auf den Kopf, ich wollte raus unter Menschen&ldquo, erzählt die rüstige Dame. Damals entschied sie
sich spontan für das Ehrenamt bei der Caritas. Ihr Ehemann verstarb plötzlich und früh, die beiden Kinder hatten gerade die
Schule beendet und verließen das Haus, um zu studieren, Lore Tegtmeier war gerade 52 Jahre alt. Einen Beruf erlernt hatte
sie, wie in ihrer Generation üblich, nicht. "Ich wollte etwas Sinnvolles tun, den ganzen Tag nur rumsitzen oder bummeln gehen,
das war nichts für mich", erinnert sie sich lebhaft.
|
|
|
|
|
Bei der Caritas in Mettmann wurde sie sofort mit offenen Armen empfangen. "So jemanden können wir immer gebrauchen", hatte
der damalige Geschäftsführer Friedhelm Haack gesagt und daran hat sich bis heute nichts geändert. Lore Tegtmeier kümmert sich
um den Pressespiegel, bedient den Kopierer, macht Ablage oder kuvertiert Briefe, sie nimmt Anrufe entgegen und liest Korrektur:
Es gibt jeden Tag eine Menge zu tun; so verfliegen die vier Stunden Büroarbeit im Nu.
|
|
|
Lore Tegtmeier ist für die hauptamtlich Beschäftigten auch so etwas wie die gute Seele des Hauses. So kümmert sie sich beispielsweise
um die Geburtstagskasse und besorgt die Geschenke für die Kollegen, sie hilft immer dort wo gerade Hilfe gebraucht wird und
manchmal, wenn alle ein wenig gestresst sind, mahnt sie zur Ruhe und trinkt mit den Kollegen eine Tasse Kaffee. Vor einigen
Jahren noch hat sie auch die Seniorenreisen der Caritas begleitet und mit dem Busfahrer die Reisenden abgeholt, die etwa zum
Timmendorfer Strand fahren wollten. &bdquoDa gab es schon manchmal Unruhe, weil wir zwei Stunden durch den Kreis Mettmann
gefahren sind, um alle einzusammeln&ldquo, erinnert sie sich mit leisem Lächeln. Mit Informationen über das jeweilige Ferienziel,
konnte sie die Gäste aber immer wieder aufheitern. Seit einigen Jahren fährt sie nun selbst hin und wieder als Teilnehmerin
mit der Caritas.
|
|
|
Gefehlt hat die rüstige Seniorin in all den Jahren nur selten. Als sie vor einigen Jahren schwer erkrankte, hat sie sich ziemlich
schnell wieder aufgerappelt, schließlich wird sie gebraucht. Wenn sie einmal unerwartet nicht ins Büro kommt, werden die Kollegen
unruhig und machen sich Sorgen. Dann rufen sie auch bei ihr zu Hause oder bei ihrer Tochter an, um sich zu erkundigen. Lore
Tegtmeier nennt das liebevoll &sbquoLebensversicherung&rsquo.
|
|
|
Aber auch privat hat Lore Tegtmeier noch gut zu tun. Sie singt im Kirchenchor, unterstützt den Handarbeitskreis ihrer Kirchengemeinde
und kegelt mit Bekannten. Manchmal, aber nach ihrer Ansicht zu selten, kommen auch ihre Kinder und Enkel zu Besuch. Von der
Warteliste für das Seniorenheim hat sie sich erstmal streichen lassen, da sie noch recht gut allein klar kommt, und ans Aufhören
denkt sie trotz ihrer 85 Jahre noch nicht: "Ich wünsche mir, dass ich diese Arbeit noch eine Zeit lang machen kann."
|
|
|
Helene Adolphs
|
|
|
|