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Hildesheim
Editorial
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Kinderkunst statt Graffiti

Die südliche Vorstadt zählte einmal zu den benachteiligten Stadtteilen. Projekte wie PRINT haben dafür gesorgt, dass der Stadtteil sich positiv entwickelt. Wie das? Das Beispiel Peine.

Kind
Spielen ersetzt Gewalt. Kreatives tun macht viel mehr Spaß als zerstören.

Benachteiligt? Florian Kauschke wischt das Wort vom Tisch. "Wir haben reichlich Erfahrung damit, wie Schulen, Kindertagesstätten, Jugendamt, Stadt- und Kreisjugendpflege, Polizei, sozialen Einrichtungen, Wohlfahrtsverbände, ethnische Vereine, Beratungsstellen, engagierten Eltern und die Politik erfolgreich zusammen arbeiten können. Bestimmt habe ich jetzt noch jemand vergessen", sagt der Leiter des Südstadtbüros.

Stolz beschreibt der Caritas-Mann, wie die Räume in der Pfingststraße erst zu einer unverzichtbaren Ein­richtung innerhalb des Stadtteils wurden und jetzt aus allen Nähten platzen.
Zur Angebotspalette gehören neben allgemeiner Lebens- und Sozialberatung mehrere Freizeitangebote (z.B. für Mädchen und für Jungen), Einzelprojekte, Hausaufgabenbetreuung, PC-Angebote, Deutschkurse für Erwachsene und spezielle Deutsch-Förderkurse für Erstklässler, Seniorengruppe und Mietertreffen und -beratung. "Das geht nur dank engagierter engagierter Ehrenamtlicher", sagt Kauschke. Und mit den Mitteln von PRINT.

Vorbeugen und integrieren, oder: Prävention durch Integration, kurz: PRINT. So heißt ein Programm der Niedersächsische Landesregierung an schulischen Standorten seit dem Jahr 2000. Es setzt vor allem auf die Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendhilfe, speziell auf dem Gebiet der Migration. Als Standorte wurden das Südstadtbüro und die Pestalozzischule, eine Förderschule für Lernhilfe und Sprachheil­klassen, ausgewählt. Träger der Schule ist der Landkreis.

Längst ist die PRINT-Fachkraft fester Bestandteil des Schullebens. Dies zeigt sich u.a. an der Zunahme der Einzelfallarbeit mit problembelasteten Schülerinnen und Schülern. Die Kontaktaufnahme erfolgt dabei sowohl durch die Lehrkräfte, die ihrerseits die sozialpädagogische Fachkompetenz schätzen, als auch durch die Jugendlichen selbst. Und es gibt Elternarbeit, zum Beispiel über Hausbesuche. Tendenz steigend.

Kauschke: "Wir betreiben Prävention. Der städtebauliche und soziale Entwicklungsbedarf in der südlichen Vorstadt ist bekannt." Inzwischen sind Teile des Quartiers in das Bund-Länder-Programm "Soziale Stadt" aufgenommen. "Allen Beteiligten ist klar, dass ein neuer Anstrich, Fliesen und schöner Rasen vor dem Haus nicht ausreichen, um Konflikte mit und zwischen den Mietparteien zu lösen", sagt Kauschke. "Damit hilft man weder Familien mit Migrationshintergrund noch Arbeitslosen noch Alleinerziehenden."

Die Caritasverband in Peine leistete schon immer den Löwenanteil der Migrations-Sozialarbeit in Stadt und Kreis. Ferner war der Verband bereits Träger einiger Projekte der Schulsozialarbeit in Peine, so dass für die kombinierte Aufgabenstellung von PRINT beste Voraussetzungen vorhanden waren. Die Kombination der Tätigkeitsfelder Schulsozialarbeit und Gemeinwesenarbeit stellt eine der großen Stärken des Projektes dar. Die Kontakte, die sich aus den beiden Arbeitsbereichen ergeben, ermöglichen die gezielte Nutzung der jeweiligen Ressourcen. Das Ergebnis: Geringe Reibungsverluste und eine effektive Vermittlung, etwa zwischen hilfesuchenden Familien und sozialen Diensten.

Die Anstellung bei einem freien Träger der Jugendhilfe sorgt für Neutralität und schützt vor Instrumentalisierung.
Kauschke: "Das Projekt ist an zwei Punkten verankert, im Quartier und in der Schule. Das macht es besonders wirksam." Die Bewohner wirken heute selbstverständlich mit an der Verschönerung des Quartiers. Vandalismus ging sichtbar zurück. Vor einiger Zeit gab es eine Ausstellung im Rathaus. 150 Bilder, gemalt von Kindern aus dem Quartier. Das Thema lautete: die südliche Vorstadt. Kauschke: "Das gute bei Kindern ist: sie halten sich nicht an solche Vorgaben."

Das PRINT-Projekt in Peine

Je 10 Prozent der Kosten steuern Landkreis und Stadt Peine bei. Das Land Niedersachsen übernimmt knapp 40 Prozent (Landesmittel und Europäischer Sozialfonds). 42 Prozent stammen von einem privaten Kooperationspartner, der Wohnungsbaugesellschaft "Peiner Heimstätte". Auch die Förderung durch den privaten Kooperationspartner Peiner Heimstätte ist vorbildlich. Das Ziel: Fortsetzung über 2006 hinaus.