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Bloß kein Ehrenamt - oder doch?
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Ehrenamtliche haben hohe Motivation
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| Unterfrankens Gemeindecaritasreferenten (v.l.): Rita v. Eckert (Bad Neustadt), Susanne Gessner (Schweinfurt), Klaus Korbmann
(Diözesanverband), Burkard Oberle (Aschaffenburg), Gabriele Kimmel (Lohr), Helga Vierheilig (Bad Kissingen), Wolfgang Härtel
(Miltenberg), Thomas Jakob (Haßfurt), Sebastian Zgraja (Würzburg) und Katrin Anger-Puente (Kitzingen).
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| Foto: Dr. Ludger Heuer |
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"Willst Du froh und glücklich leben, laß kein Ehrenamt dir geben! Willst du nicht zu früh ins Grab, lehne jedes Amt gleich
ab! ... Ohne Amt lebst Du so friedlich und so ruhig und so gemütlich, Du sparst Kraft und Geld und Zeit, wirst geachtet weit
und breit ... Drum, so rat ich Dir im Treuen: willst Du Weib und Kind erfreuen, soll Dein Kopf Dir nicht mehr brummen, laß
das Amt doch and'ren Dummen." Wilhelm Busch oder Joachim Ringelnatz gelten als Autor dieser ernüchternden Zeilen. Haben sie recht? Ja, da Ehrenämter immer
mit Arbeit, Zeit (und Ärger) verbunden sind. Je mehr man sich ehrenamtlich engagiert, um so mehr Lob oder Kritik gibt es.
Und manchmal bekommt man zum ersten ein zweites oder drittes Ehrenamt "aufgebrummt". Doch nein, sie haben Unrecht, denn würde jeder so denken, wäre unsere Gesellschaft erheblich ärmer und farbloser. Immerhin
engagieren sich nach einer Umfrage des Bundesfamilienministeriums aus dem Jahr 2006 36% der Bundesbürger/innen ehrenamtlich.
Ihre Motive? "Es macht mir Spaß; es bringt mir viel; ich hatte Glück im Leben und möchte jetzt etwas zurückgeben." Weitere
32% wären bereit, sich zu engagieren, haben aber noch keine passende Tätigkeit gefunden. Nur 32% halten es mit Busch/Ringelnatz,
lehnen sich zurück und überlassen die Arbeit "and'ren Dummen".
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Sozialer Bereich der Größte
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Der soziale Bereich ist der größte im Ehrenamt. In der Diözese Würzburg arbeiten nach einer Erhebung aus dem Jahr 2002 ca.
16.000 Menschen ehrenamtlich in den Pfarreien im sozialen Bereich mit, weitere 5.000 bis 6.000 - meist Frauen - sammeln für
die Caritas. Und das Ehrenamt wird immer mehr Bedeutung gewinnen. Auch Pfarreiengemeinschaften, deren Neuformation bis zum
nächsten Jahr abgeschlossen sein soll, können von Ehrenamtsstrukturen profitieren. Denn caritativ tätige Gruppen können über
Pfarreigrenzen hinweg aufgebaut werden. Im sozialen Engagement zeigt sich gelebter christlicher Glaube. Die Palette der ehrenamtlichen
Arbeit ist groß: Betreuungs- und Besuchsdienste, Hospizgruppen, Hausaufgabenhilfe, Sprachunterricht, Bahnhofsmissionen, Wärmestuben,
Kleiderkammern, Tafelläden, Jugendhilfeeinrichtungen, Kinderbetreuung, Telefonseelsorge, Fahrdienste, Einkaufsdienste, hauswirtschaftliche
Hilfe, Benefizveranstaltungen, die Mitarbeit im Pfarrgemeinderat oder Vorstand eines Trägervereins.
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Gemeindecaritas fördert Ehrenamt
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Bei der Caritas gibt es hierfür die Gemeindecaritas. Ehrenamtliche weiß man dort zu schätzen. "Ehrenamt und hauptberufliche
Tätigkeit ergänzen sich. Das Eine kann das Andere nicht ersetzen", weiß Klaus Korbmann. Der Mitarbeiter des Würzburger Caritasverbandes
begleitet seit vielen Jahren neue ehrenamtliche Gruppen. "Für mich sind sie die eigentlichen Helden des 21. Jahrhunderts!
Sie sind Werkzeuge Gottes, die helfen, Gottes Reich mit aufzubauen", so Kitzingens Gemeindecaritasreferentin Katrin Anger-Puente.
Auch Burkard Oberle aus Aschaffenburg bestätigt: "Unsere Ehrenamtlichen sind sehr motiviert und strahlen viel Begeisterung
aus."
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Neue Ehrenamtliche immer willkommen
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Je größer die soziale Not, je mehr die Einkommensschere auseinandergeht und je weniger die öffentliche Hand für soziale Aufgaben
ausgeben kann, um so nötiger wird bürgerschaftliches Engagement. Auf der von der Caritas eingerichteten Homepage www.ehrenamt-unterfranken.de
haben sich schon über zweihundert Gruppen aus unserer Diözese eingetragen. In einem Film, den die Caritas über ehrenamtliches
Engagement in der Diözese Würzburg produziert hatte, kommen neben dem Bischof und Weihbischof viele Ehrenamtliche zu Wort.
Ihre Begeisterung ist ihnen dabei anzumerken. (Filmbestellungen unter Tel. 0931/386-66690, KorbmannK@caritas-wuerzburg.de).
Wer sind jetzt die Dummen, die Busch/Ringelnatz meinten? Wir wissen es nicht. Wir haben uns mit vielen Ehrenamtlichen unterhalten.
Dumme haben wir dabei keine getroffen. Ludger Heuer
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