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Die würdevolle Begleitung sterbender Menschen, der Umgang mit Tod und Trauer und seine Auswirkungen auf Angehörige und Mitbewohner
rücken immer mehr in den Pflegealltag. Immer öfter erkennen Pflegeeinrichtungen den Wert und die Notwendigkeit einer eigenen
Hospiz- und Palliativkultur. Nach einem ersten Einführungskurs des bayerischen Landes-Caritasverbandes im Jahr 2006/2007 startete
im vergangenen Jahr auf Einladung des Diözesan-Caritasverbandes die erste berufsbegleitende Fortbildung dieser Art in der
Diözese Würzburg. Teilgenommen hatten Mitarbeiter/innen der Alten- und Pflegeheime St. Martin Geldersheim, St. Bruno Hassfurt,
St. Martin Hofheim, der Rohe'schen Altenheimstiftung Kleinwallstadt, dem Juliusspital Münnerstadt, dem Marienstift Schweinfurt
und dem Würzburger Marienheim. Im Kloster Oberzell präsentierten sie Domkapitular Dietrich Seidel und Vertretern des Diözesan-Caritasverbandes
ihre neuen Konzepte zur Hospiz- und Palliativkultur. "Ich danke Ihnen allen, dass Sie immer wieder den Mut aufbringen, sich
diesen Herausforderungen zu stellen", sagte Seidel. Unter Leitung der Palliativ Care Fachkraft Monika Spath und Paul Greubel, Fachbereichsleiter Gesundheit und Alter und Ansprechpartner
für Hospizarbeit beim Diözesan-Caritasverband, setzten sie sich in sechs Blockveranstaltungen mit eigenen Erfahrungen mit
Sterben und Tod auseinander. Sie untersuchten die Situation im eigenen Haus und lernten, wie der Tod eines Bewohners mit Angehörigen
kommuniziert werden kann. Wie Gedenkfeiern gestaltet werden können, wie eine gute Palliativ-Versorgung aussieht, welche Rolle
und Aufgaben die Seelsorge oder feste Rituale haben. "Der christliche Mehrwert kirchlicher Häuser muss hier klar zu erkennen
sein", forderten Spath und Greubel. Auch praktische Übungen zur hausärztlichen Versorgung, Schmerzmanagement und Schmerzkontrolle,
zu Patientenverfügung oder Vorsorgevollmachten standen auf dem Programm. "Die Tage haben viel Tiefgang gehabt, ich bin neu
motiviert und nehme viele praktische Anregungen mit", so Anni Röding, Pflegedienstleitung im Juliusspital Münnerstadt. "Das
Thema Hospizarbeit im Kontext von Sterben und Tod hat mich sehr berührt, einiges auch nachdenklich gemacht", bestätigte auch
Ines Klingenmaier, Leiterin des Würzburger Marienheims. Die Organisatoren legten Wert darauf, dass von jeder Einrichtung Vertreter von Hausleitung und Pflege teilnahmen. "Nur so
lassen sich neue Standards durchsetzen und nachhaltig sichern", weiß Greubel aus Erfahrung. Daher forderte er die Teilnehmer
auf, untereinander Kontakt zu halten und das Projekt weiter voranzutreiben. Dass sich immer mehr Altenhilfeeinrichtungen mit
Hospiz- und Palliativkultur beschäftigen, hat einen einfachen Grund. "Die steigende Lebenserwartung und der Wunsch, möglichst
lange zu Hause zu leben, hat das durchschnittliche Einstiegs- alter in Alten- und Pfegeheimen inzwischen auf ca. 82 Jahre angehoben. Die Se-nioren, die dann stationär aufgenommen werden,
sind in der Regel so gebrechlich und krank, dass sie nach durchschnittlich zwei bis drei Jahren sterben." Auch aus den Krankenhäusern
verschiebt sich das Sterben immer mehr in die Pflegeheime - ist doch seit Einführung der Fallpauschalen vor drei Jahren die
Verweildauer vieler Patienten im Krankenhaus deutlich kürzer geworden. Der einjährige Kurs zur Einführung einer christlichen Hospiz- und Palliativkultur wurde gefördert vom Kuratorium Deutscher
Altenhilfe, von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung und der Caritasstiftung Diözese Würzburg. Den Kursteilnehmern
blieben daher nur zweihundert Euro Eigenbeteiligung. Ein Folgekurs ist für Herbst 2009 geplant. Ludger Heuer
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