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| Eindrucksvolle Gesichter alter Menschen präsentierte die Ausstellung zum Auftakt des Jahresthemas. |
| Foto: Harald Westbeld |
In den Gesichtern der fast Hundertjährigen spiegelt sich ein Leben mit Höhen und Tiefen. Freude und Schmerz haben sich tief
darin eingegraben. "Jedes Leben ist ein Roman", erklärt Annet van der Voort, die sie fotografiert und sich die immer besonderen
Geschichten der alten Menschen hat erzählen lassen. Gegenüber gestellt hat sie Jugendfotos in einer Ausstellung, die zum Auftakt
der Jahreskampagne 2010 im Diözesancaritasverband Münster eröffnet wurde. "Alte Menschen sind für die Caritas Experten fürs
Leben", erklärte Diözesancaritasdirektor Heinz-Josef Kessmann. Die Kampagne der Caritas wirbt dafür, sie am Leben der Gesellschaft
teilhaben zu lassen. Einerseits könnten sie eine "Fülle von Erfahrungen einbringen", andererseits benötigten sie auch Unterstützung.
Die Caritas wolle deshalb auch eine Diskussion anstoßen, wie die Pflege alter Menschen fortentwickelt werden muss. Gerade im Bereich der Pflege sieht Kessmann großen Handlungsbedarf auf politischer und gesellschaftlicher Ebene. Problematisch
sei schon heute, genügend qualifizierte Mitarbeiter für die Pflege zu finden. Entscheidend sei deshalb die Frage, wie der
Pflegeberuf attraktiver werden könne. Der ungerechtfertigt schlechte Ruf, immer wieder befeuert durch einzelne Pflegeskandale,
"verringert die Attraktivität des Berufes", sagte Kessmann. Die positiven Seiten von Pflege und Pflegeberuf müssten stärker
betont werden. Nicht gerade hilfreich seien dabei die Transparenzberichte, die häufig eher die Qualität der Dokumentation als das Engagement
der Mitarbeiter in der Pflege beurteilten. Aus der Perspektive des Jahresthemas sei zu fragen, warum nicht die älteren Menschen
selbst als Experten für ihre Lebenssituation anerkannt würden und ihr Urteil eine so geringe Rolle für die Notenfindung in
den Berichten spiele.
hgw
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