|
Überall flitzen Kinder durch die Gänge, spielen Verstecken oder tragen selbstgebaute Spielsachen vor sich her. Im Experimentierzimmer
ist die Freude heute besonders groß: Eine Kaulquappe aus dem Wasserbecken hat sich in einen Minifrosch verwandelt. "Die Kinder
freuen sich über viele Dinge, die die Erwachsenen oft gar nicht wahrnehmen. Das kann ein vorbei fliegender Vogel sein, oder
ein kleiner Frosch", lacht Marc Latos. Marc absolviert seit Februar dieses Jahres seinen Kurzzeitfreiwilligendienst in der
Kindertagesstätte St. Pankratius in Hilter. Marc hatte nach der Schule eine Ausbildung angefangen, die er aber bald abbrach. "Das war nichts für mich. Ich wollte nur
dann abbrechen, wenn ich wieder etwas anderes in der Hand habe", erzählt er. Etwas anderes zu finden, war nicht leicht: Für
das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) war die Bewerbungsfrist schon abgelaufen. Und das FSJ wäre zu lang gewesen, denn Marc will
im September dieses Jahres eine neue Ausbildung anfangen. Auf einer Jobbörse in Osnabrück kam der 18-Jährige ins Gespräch
mit Stefanie Heider, Referentin für den Kurzzeitfreiwilligendienst im Bistum Osnabrück. Sie informierte Marc rund um das Thema
Kurzzeitfreiwilligendienst. Der Dienst ist für junge Leute, die sich für die Dauer von sechs Wochen bis zu sechs Monaten in sozial-karitative Einrichtungen
engagieren wollen. Die Freiwilligen bekommen ein monatliches Taschengeld von 250 Euro, sind sozialversichert und nehmen an
regelmäßigen Seminaren des Dienstes teil. "Ich wollte unbedingt etwas mit Kindern machen", blickt Marc zurück. Bevor es losgehen
konnte, musste noch eine Einsatzstelle gefunden werden. "Es gab etwas im nördlichen Emsland, aber das war mir zu weit von
Melle weg", sagt der 18-Jährige. Stefanie Heider sprach mit der St. Pankratius Kindertagesstätte in Hilter, die extra für
Marc diese Kurzzeitdienststelle schuf. Seit Februar arbeitet Marc nun mit Kindern: "Ich lese ihnen vor, wir spielen miteinander
Spiele oder machen Experimente." Beim Sommerfest führte Marc, der in seiner Freizeit selbst Theater spielt, mit den Kindern
das Theaterstück "Hänsel & Gretel" auf. Mit einer Erzieherin schrieb er die Texte für die Kinder und probte mit ihnen: "Aufführung
war mit 30 Kindern auf dem Spielplatz, einige spielten Bäume, andere Vögel. Wir hatten alle riesigen Spaß dabei", so Marc.
Die Tage in der Kita sind manchmal anstrengend, Marc kommt aber gerne: "Mir macht die Arbeit sehr viel Spaß, Kinder sind ehrlich
und unvoreingenommen". In einigen Wochen ist Marcs Kurzzeitdienst vorbei. Er weiß jetzt genau, was er will und was nicht: "Mir ist während meines
Kurzzeitfreiwilligendienstes klar geworden, dass ich den Job als Erzieher nicht mein Leben lang machen möchte. Die Ausbildung
dauert mir mit vier Jahren zu lange. Außerdem ist die Arbeit des Erziehers sehr anstrengend, für einen gewissen Zeitraum ist
das für mich okay, aber nicht für mein ganzes Berufsleben". Im September beginnt für Marc eine neue Ausbildung. Den Kurzzeitfreiwilligendienst kann er nur empfehlen: "Anstatt zu Hause
rumzusitzen, um auf Ausbildungs- oder Studienplatz zu warten, kann man etwas Sinnvolles machen. Ich habe viele Erfahrungen
gesammelt, im Umgang mit Kindern und in den regelmäßigen Seminaren. Gut und hilfreich war für mich der Kontakt zu Stefanie
Heider, die mich die gesamte Zeit über prima betreute". Der Kurzzeitfreiwilligendienst hat Marc Latos geprägt: "Ich möchte mich auf jeden Fall auch während der Ausbildung weiterhin
ehrenamtlich für Jugendliche engagieren, vielleicht in der Kirchenarbeit mit Konfirmanden. Mal schauen, was sich ergibt".
|
|