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| Franz-Josef Fuchs engagiert sich ehrenamtlich für Familien. |
| Foto: Jessica Demmer |
Ehrenamtliche begleiten bei Schulproblemen und Vielem mehr
Franz-Josef Fuchs ist 58 Jahre und frühpensionierter Lehrer für katholische Religion. 2002 ist er nach einem Herzinfarkt in
den Ruhestand getreten. Aber weil er es doch nicht sein lassen kann und schon während seiner Lehrerlaufbahn viele außerschulische
Aktivitäten unterstützt hat, zeigt er das gleiche Engagement auch jetzt noch. Seit 2007 betreut er den15jährigen Vitali aus
Lüdinghausen im Rahmen des Projekts PRimA (PRävention im Alltag) der Caritas im Kreis Coesfeld, in dem Ehrenamtliche Familien
begleiten. Fuchs hilft ihm bei seinen Hausaufgaben und den Eltern beim Schriftverkehr mit Behörden, Versicherungen und was
sonst noch so anfällt. Denn die Familie ist aus Kasachstan eingewandert. Eine Herausforderung, die umso größer wird, weil
beide Elternteile gehörlos sind. Der Junge beherrscht die russische Taubstummensprache und vermittelt so zwischen Fuchs und
seinen Eltern. Zwei Mal in der Woche für jeweils eine gute Stunde treffen sich die beiden, um gemeinsam die Hausaufgaben zu besprechen. "Das
ist etwas, was ich gut kann. Schließlich hab ich das viele Jahre lang gemacht", begründet Franz-Josef Fuchs seinen Einsatz.
Dabei hilft er dem 15jährigen nicht nur in Religion, sondern in allen Fächern, die auf dem Stundenplan stehen. "Überall wo
Textarbeit gefragt ist, wird es schwierig. Er besitzt noch ziemlich eingeschränkte sprachliche Fähigkeiten. Mathe ist da schon
einfacher", erzählt er weiter. Nachdem die Familie aus Kasachstan gekommen ist, hatte Vitali drei Monate Unterricht bei einer Deutschlehrerin, "danach haben
sie ihn einfach mit einem Wörterbuch in die Welt entlassen." Fuchs hilft wo er kann, schließlich ist er der Einzige in der
Familie, der überhaupt die deutsche Sprache gelernt hat. Es bleibt aber nicht immer nur bei der Hausaufgabenbetreuung. "Im
Internet hat Vitali einmal einen falschen Klick gemacht und schon kam eine Rechnung über 75 Euro ins Haus geflattert. Das
hab ich erstmal versucht zu regeln." Alle Ehrenamtlichen Mitarbeiter tauschen sich regelmäßig telefonisch oder persönlich über ihre Familieneinsätze mit der PRimA-Koordinatorin
aus. Jedes halbe Jahr trifft Fuchs sich mit den PRimA-Verantwortlichen und den anderen acht Ehrenamtlichen, um Erfahrungen
auszutauschen. Doch bei dieser Zahl soll es nicht bleiben. "Momentan läuft ein neuer Kurs zur Vorbereitung mit sechs Teilnehmern",
berichtet Ira Radisic von PRimA. Dann kann die Gruppe auf 14 Personen anwachsen. "An drei Abenden und an zwei Wochenenden
werden die Interessierten über ihre Aufgaben und Ziele informiert und haben dann noch Zeit zu überlegen, ob sie sich das auch
wirklich vorstellen können." Dabei stehen Entwicklungsschritte und Bedürfnisse im Kindes- und Jugendalter auf dem Programm,
aber auch das Erlernen entsprechender Gesprächsführung und Kommunikation. "Jeder, der sich für das Projekt entscheidet, kann
selbst bestimmen, welche seiner Ressourcen er zur Verfügung stellt." Neben der Hausaufgabenbetreuung, wie es Franz-Josef Fuchs
macht, können zum Beispiel auch handwerkliche Aufgaben, die Begleitung zu Ämtern oder Behörden, die Freizeitgestaltung der
Kinder und Jugendlichen oder die Beaufsichtigung von Kindern in den Familien übernommen werden. Franz-Josef Fuchs hilft aber nicht nur bei PRimA. Er gibt zusätzlich einen Deutschkurs für Ausländer in Ascheberg. "Ein paar
Stunden in der Woche hat jeder übrig, meint er."
Jessica Demmer
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